21. Kapitel: Der Fall

Bob hatte sie gebeten, mit ihm zu frühstücken.
Sie lehnte es unhöflich ab. Es wäre ihr zu peinlich gewesen, wenn Marie sie so gesehen hätte. Doch die schien gar nicht da zu sein.
– Vertraust du mir?
Sie nickte. Sie wollte noch mehr davon. Liebe. Sex. Unaufhörlich. Nähe.

– Was hatte dein Bruder im Wald zu suchen?

Ihr war, als falle sie.
Bob, der unvergleichliche, neugierige, der anpassungsfähige, unauffällige Bob. Die Klarheit schoss durch ihren Kopf, so klar und unvermutet, dass sie beinahe von der Bettkante fiel.

– Was hast du, Anna?
– Du hast mich angelogen.

Er erwiderte nichts. Es stimmte also.
Es fiel ihr wie Schuppen von den Augen. Alles, was er mit ihr und ihrem Bruder geredet hatte, immer nur mit der Absicht, einen Mörder, den Mörder, zu fassen.
Ihren Bruder, den gutgläubigen, hatte er auch eingelullt.: in einen schleimigen, schmierigen, ekligen Film von abgestandener Vaseline.

Anna war getroffen.
Sie stand auf und griff nach ihren Kleidern, die ihr Bob fein säuberlich geordnet auf ihre Seite des Bettes gelegt hatte. Vor dem Beischlaf.
Schliesslich war sie blind.
Scheisse.

Sie hatte sie nach dem Bad neben das Bett geschmissen. Er aber, das hatte sie gehört, hatte sie sorgfältig in die Hand genommen und zusammengelegt.

Bob war noch immer ohne jegliche Worte.
Sie ging zur Türe hinaus und suchte sich ihren Weg die Treppe hinab. Sie konnte ihn nicht hören. Er folgte ihr nicht.
Scheiss drauf.


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